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Warum Insulinresistenz oft mit dem Sommerekzem verwechselt wird

Scheuert sich Ihr Pferd, weil es auf Mücken reagiert oder ist es eine Überreaktion auf Zucker? Juckreiz im Sommer wird meist schnell mit dem Sommerekzem in Verbindung gebracht. Allerdings gibt es viele Pferde, die überhaupt nicht unter einem Sommerekzem leiden, sondern unter Insulinresistenz. Die Symptome beider Erkrankungen ähneln sich sehr, aber Ursache und Behandlung unterscheiden sich deutlich. Kennen Sie den Unterschied zwischen einer Insulinresistenz und einem Sommerekzem? Weil die Insulinresistenz weniger bekannt ist, befassen wir uns in diesem Artikel zuerst näher damit, bevor wir die Unterschiede zum Juckreiz / Sommerekzem erläutern.

Wie erkenne ich eine Insulinresistenz bei meinem Pferd?

Das deutlichste Anzeichen für eine Insulinresistenz bei Pferden ist der verhärtete und verdickte Mähnenkamm. Hier sieht man denn auch oft Falten. Pferde scheuern sich aufgrund der Reizung auch oft die Mähne. Obendrein finden Mücken insulinresistente Pferde meist besonders interessant. Möglicherweise liegt es daran, dass ihr Blut süßer ist und ihre Abwehrkräfte geringer.

Andere Kennzeichen für Insulinresistenz sind Fettansammlungen an der Schweifrübe und Fettwülste hinter dem Schulterblatt. Bei Stuten findet sich oft auch eine Verdickung beim Nabel und bei Wallachen (häufiger als bei Hengsten) eine geschwollene Schlauchtasche.

Die von Insulinresistenz betroffenen Pferde sind oft starr und steif und bewegen sich abgehackt. Die Muskeln sind hart und lassen sich nicht kneten. Aber das größte Problem bei Insulinresistenz ist Laminitis. Die Verdauung von großen Zuckermengen verändert die Darmflora und dadurch auch die Darmwand. Diese Veränderung sorgt für eine Ablösung in der Darmwand (Basalmembran), wodurch Enzyme freigesetzt und ins Blut abgegeben werden. Über das Blut werden diese Enzyme im Körper verteilt und rufen diesen Ablösungsprozess u.a. auch in der Basalmembran im Huf hervor. Dank der Fettablagerungen im ganzen Körper bei Insulinresistenz werden auch die Beine weniger gut durchblutet, wodurch Laminitis entsteht.

Zucker im Körper

Bevor wir näher darauf eingehen, was Insulinresistenz ist, sollten wir erst etwas mehr dazu sagen, wie der Pferdekörper mit Zuckern umgeht und wie sie verarbeitet werden. Es gibt nämlich zwei Arten von Kohlenhydraten, die das Pferd über das Futter zu sich nimmt:

  • Lösliche Kohlenhydrate (Zucker und Stärke): Diese können vom Dünndarm aufgenommen und verdaut werden. Diese Kohlenhydrate liefern dem Pferd schnelle Energie. Ein Zuviel dieser Kohlenhydrate sorgt dafür, dass unverdaute Kohlenhydrate im Dickdarm landen und die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen.
  • Komplexe Kohlenhydrate (Ballaststoffe): Diese werden mithilfe von Bakterien im Dickdarm verdaut. Dabei werden kurzkettige Fettsäuren freigesetzt, die das Pferd als langsame, stete Energiequelle nutzen kann.

Von den Därmen aus geht der Zucker ins Blut über und gelangt von dort aus in alle Organe.

Wie wird der Blutzuckerspiegel reguliert?

Die Hypophyse, ein Organ im Gehirn, reguliert den Blutzuckergehalt. Die Hypophyse misst, wie hoch der Blutzuckergehalt ist, aber auch, wie viel Insulin sich im Blut befindet. Indem sie andere Organe ansteuert sorgt sie dafür, dass der Blutzuckergehalt konstant ist. Die Hypophyse steuert zum Beispiel die Bauchspeicheldrüse an, dort wird nämlich das Insulin gebildet. Insulin ist ein Hormon, dessen wichtigste Funktion der Transport von Glucose vom Blut aus durch die Zellwände (mithilfe der Insulinrezeptoren) in die Zelle ist. In der Zelle kann die Glucose dann als Brennstoff (Energie) genutzt oder als Fett gespeichert werden.

Die Hypophyse und die Bauchspeicheldrüse arbeiten über ein Rückkopplungssystem eng zusammen. Dieses System zeigt an, ob mehr Insulin nötig ist, um den Blutzuckerspiegel zu senken oder ob stattdessen Fett in Glucose umgewandelt werden muss (Glucogenese), um diese in der Zelle verbrennen zu können.

Je mehr Zucker sich in der Nahrung befindet, desto mehr Insulin wird gebraucht, um den Blutzuckerspiegel in Gleichgewicht zu halten. Und da kann einiges schiefgehen.

Was ist Insulinresistenz?

Bei einer Insulinresistenz verändert sich die Struktur der Zellwand. Infolgedessen sprechen die Insulinrezeptoren weniger gut aufs Insulin an. Dadurch ist immer mehr Insulin nötig, um Glucose durch die Zellwand zu transportieren. Die Bauchspeicheldrüse muss dadurch Überstunden leisten, um die Insulinnachfrage des Körpers zu befriedigen. Sobald sich die Glucoseaufnahme aufgrund einer Insulinresistenz verändert, funktioniert das Rückkopplungssystem nicht mehr richtig. Dadurch speichern die Zellen die Glucose weiterhin in Form von Fett ab und die Verbrennung der Glucose kommt bei der Arbeit viel zu langsam in Gang. Und da die Insulinrezeptoren weniger gut funktionieren, gelangt die neue Glucose nicht mehr so leicht in die Zellen, und infolgedessen werden die Bewegungen des Pferdes steif und träge.

Wie sehen die Folgen einer Insulinresistenz aus?

Eine Insulinresistenz wird oft nicht gleich als solche erkannt, da diverse Beschwerden entstehen können. Die bekanntesten Beschwerden sind der harte Mähnenkamm sowie eine Fettansammlung am Mähnenkamm, der Schweifrübe und am Bauch. Es können aber auch Laminitis und Muskelprobleme auftreten. Außerdem können sich arthritische Beschwerden verschlimmern sowie Rückenprobleme und steife Muskeln auftreten. Meistens leiden Pferde mit Insulinresistenz unter Übergewicht (oder bekommen welches), aber auch Untergewicht ist eine mögliche Folge. Pferde mit Insulinresistenz sind auch für Entzündungen anfälliger. Durch sie entstehen nämlich Fettablagerungen im ganzen Körper, wodurch zusätzliche Zytokine (ein Eiweiß, das u.a. Entzündungen fördert) freigesetzt werden und das Pferd anfälliger für Entzündungen wird.

Wodurch entsteht eine Insulinresistenz?

Ernährung, Stress, Infektionen und hormonelle Probleme bei Stuten sind die wichtigsten Ursachen einer Insulinresistenz, wobei die Ernährung der größte Übeltäter ist. Pferde sind nicht dafür gemacht, große Zuckermengen zu verarbeiten, weshalb die Darmflora dann aus dem Gleichgewicht gerät. Kraftfutter mit einem hohen Zucker- oder Kohlenhydratanteil oder nährstoffreiches Gras/Heu kann dazu führen, dass der Zuckerspiegel schnell stark ansteigt, was das Pferd nicht verarbeiten kann. Bei einer konstant hohen Zuckerzufuhr durchs Futter muss das Pferd immer mehr Insulin produzieren, wodurch die Bauchspeicheldrüse sich „überarbeitet“ und das Pferd insulinresistent wird. Nicht alle Pferde haben damit sofort Probleme, aber die Kaltblüter (Isländer, Fjordpferde, usw.) sind hierfür etwas anfälliger. Wichtig ist es aber, Pferde mit genug Vitaminen und Mineralien zu versorgen. Ein Mangel daran kann auch dazu beitragen, dass eine Insulinresistenz entsteht.

(Langfristiger) Stress kann ebenfalls eine Insulinresistenz hervorrufen. Die Stresshormone (Adrenalin und Cortisol) erfordern eine schnelle Verbrennung in der Zelle, sodass der Körper fluchtbereit ist, falls erforderlich. Wenn sie ständig ausgeschüttet werden (zum Beispiel durch langes Im-Stall-Stehen, Mangel an Artgenossen) entsteht ein Ungleichgewicht im Körper, das zu einer Insulinresistenz führen kann.

Aber auch eine Darminfektion oder eine akute Infektion in einem Bein oder den Atemwegen kann zum Entstehen einer Insulinresistenz beitragen. Bei einer Darminfektion gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht, was dazu führen kann, dass die Aufnahme und Verstoffwechslung von Glucose gestört wird.

Auch Stuten, die über einen längeren Zeitraum Hormone bekommen, um die Rossigkeit zu regulieren, laufen Gefahr, an Insulinresistenz zu erkranken. Stuten, die nicht rossig werden, leiden möglicherweise an einer Insulinresistenz. Dies hat mit einer Störung der Hormone zu tun, die von der Hypophyse reguliert werden.

Wie geht man gegen eine Insulinresistenz vor?

Am wichtigsten ist es, das Futter des Pferdes unter die Lupe zu nehmen. Reduzieren Sie die Zuckermenge, die das Pferd zu sich nimmt, indem Sie:

  • Kraftfutter mit niedrigem Zuckergehalt verfüttern (oder durch ein Ausgleichsfutter ersetzen)
  • Raufutter mit niedrigem Zuckergehalt und/oder mageres Gras (viele Kräuter, ungedüngt und geschossen) füttern
  • Den Fructanindex im Blick behalten und Ihr Pferd nicht auf die Wiese stellen, wenn der Fructangehalt hoch ist.
  • Dem Futter wegen der entzündungshemmenden Wirkung Omega 3 hinzufügen (beispielsweise Lachslöl)
  • Magnesium hinzugeben
  • Cannabinoide hinzugeben
  • Stress reduzieren

Manche insulinresistenten Pferde wirken müde und leiden unter mangelnder Energie und Arbeitslust. Diesen Pferden dann mehr Kraftfutter zu geben, ist genau das Falsche. Die Zucker in diesem Futter verschlimmern das Problem nämlich nur. Diese Pferde haben viel mehr davon, wenn ihrem Futter Fett als Energiequelle hinzugefügt wird und sie (in den meisten Fällen) abnehmen.

Achtung! Bei extremer Trockenheit oder einem mageren Boden gerät das Gras möglicherweise unter Stress. Dieses Gras produziert dann zusätzlichen Zucker, um sich zu schützen. Achten Sie also gut darauf, ob das Land, auf dem Ihr Pferd steht, auch wirklich dafür geeignet ist und lassen Sie es gegebenenfalls analysieren.

Was hat ein Sommerekzem mit Insulinresistenz zu tun?

Eigentlich nichts, aber andererseits doch so einiges! Ein Pferd, das überempfindlich gegen die Stiche der Culicoidesmücke ist (gegen den Speichel, der nach dem Stechen zurückbleibt), muss nicht zwangsläufig insulinresistent sein. Diese Pferde reagieren auf die Insektenstiche allergisch, wodurch Juckreiz entsteht. Bei einem Ekzem befindet sich eine erhöhte Menge von entzündungsfördernden Stoffen in der Haut. Wenn sie jetzt mit dem Eiweiß im Speichel der Culicoidesmücken in Kontakt kommt, entsteht Juckreiz.

Aber Pferde mit einer Insulinresistenz können durchaus auch ein Sommerekzem entwickeln. Die Fettansammlungen an Schweif und Mähne rufen Reizungen hervor (und eine größere Ausschüttung von entzündungsfördernden Stoffen), und auch die Abwehrkräfte sind bei Pferden mit Insulinresistenz geringer. Wenn das Pferd sich jetzt scheuert, wird die Haut geschädigt, was wiederum mehr Entzündungsreaktionen hervorruft, wodurch das Pferd noch stärker unter allergischen Reaktionen leidet.

Das Sommerekzem kann also durchaus durch eine Insulinresistenz getriggert werden. Lesen Sie hier mehr darüber, was man gegen ein Sommerekzem unternehmen kann.

Fazit:

Insulinresistenz und Sommerekzem sind zwei unterschiedliche Leiden. Allerdings stimmen die Symptome vielfach überein, wodurch die Insulinresistenz eines Pferdes oft für ein Sommerekzem gehalten wird.

Bei einer Insulinresistenz überarbeitet sich die Bauchspeicheldrüse durch einen (konstant) hohen Zuckerkonsum. Dadurch ist immer mehr Insulin nötig, um Glucose in eine Zelle transportieren zu können. Außerdem gerät der Körper in einen Zustand, in dem die meiste Glucose als Fett gespeichert wird. Dadurch entstehen die charakteristischen Fettansammlungen am Mähnenkamm und der Schweifrübe. Diese Fettansammlungen rufen Juckreiz hervor und machen Ihr Pferd für Mücken attraktiv. Daher kommt die Verwechslung mit dem Sommerekzem. Insulinresistenz ist also kein Sommerekzem, aber das Sommerekzem kann durchaus durch eine Insulinresistenz getriggert werden. Sind Sie sich bei Ihrem Pferd nicht sicher, ob es unter einem Sommerekzem oder doch unter einer Insulinresistenz leidet? Lassen Sie ihm dann vom Tierarzt Blut abnehmen und auf Insulinresistenz testen.

Für beide Erkrankungen ist es auf jeden Fall gut, den Zuckergehalt im Futter zu senken. Im Sommer ist es sehr wichtig, den Fructanindex im Auge zu behalten, wenn Ihr insulinresistentes Pferd auf der Weide steht. Ein hoher Fructanwert bedeutet, dass sich viele Zucker im Gras befinden, was für ein Pferd mit Insulinresistenz gefährlich ist. 

Wussten Sie schon, dass Magnesium eine wichtige Rolle beim Stabilisieren der Insulinrezeptoren, der Regulierung der Entzündungsprozesse im Unterhautfett und der Stabilisierung der Zellwände spielt? Deshalb wird bei Pferden mit Insulinresistenz oft Magnesium eingesetzt. Cannabinoide aus Nelken tragen ebenfalls zur Regulierung von Zucker bei.

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